Was zeigt dir der ROAS-Rechner?
Der ROAS zeigt, wie viel Umsatz deiner Werbung im Verhältnis zu ihren Kosten zugeordnet wird. Ein ROAS von 4 bedeutet: Für jeden eingesetzten Werbe-Euro werden 4 Euro Umsatz ausgewiesen. Das hilft dir, Kampagnen und Zeiträume besser einzuordnen – vorausgesetzt, Datenbasis und Zuordnung sind vergleichbar.
Der Rechner richtet sich an Online-Marketing-Verantwortliche, E-Commerce-Teams und Shopbetreiber. Neben dem ROAS kannst du eine vereinfachte Break-even-Schwelle berechnen. Dafür brauchst du deine Deckungsbeitragsmarge vor Werbeausgaben. Ein hoher ROAS allein reicht nicht aus, um die Profitabilität deiner Werbung oder deines Unternehmens zu beurteilen.
Wie wird der ROAS berechnet?
Für den ROAS teilst du den zugeordneten Umsatz durch die dazugehörigen Werbeausgaben:
ROAS als Faktor = zugeordneter Nettoumsatz ÷ Werbeausgaben
ROAS in Prozent = ROAS als Faktor × 100
Bei 10.000 Euro zugeordnetem Nettoumsatz und 2.500 Euro Werbeausgaben beträgt dein ROAS 4 beziehungsweise 400 Prozent. Beide Angaben beschreiben dasselbe Verhältnis.
Gibst du zusätzlich deine Deckungsbeitragsmarge vor Werbeausgaben an, berechnen wir eine vereinfachte Break-even-Schwelle:
Break-even-ROAS als Faktor = 100 ÷ Deckungsbeitragsmarge in Prozent
Bei einer Marge von 40 Prozent liegt die Schwelle bei 2,5 beziehungsweise 250 Prozent. An dieser Schwelle deckt der berechnete Deckungsbeitrag genau die Werbeausgaben. Für Fixkosten und weitere nicht erfasste Kosten bleibt noch kein Betrag übrig.
Zusätzlich zeigt dir der Rechner den verbleibenden Betrag:
Verbleibender Betrag = Nettoumsatz × Deckungsbeitragsmarge ÷ 100 − Werbeausgaben
Die Berechnung setzt voraus, dass die angegebene Marge zum betrachteten Umsatz passt. Sie ersetzt keine vollständige Gewinnermittlung.
Welche Daten brauchst du – und wo findest du sie?
Du brauchst den zugeordneten Nettoumsatz und die Werbeausgaben für denselben Zeitraum und dieselben Kampagnen. Für den optionalen Break-even-Vergleich ergänzt du eine passende Deckungsbeitragsmarge. Entscheidend ist, dass alle Angaben auf einer vergleichbaren Grundlage beruhen.
Zugeordneter Nettoumsatz aus deinem Reporting
Nutze den Umsatz, den dein Reporting den betrachteten Anzeigen zuordnet. Prüfe, ob Umsatzsteuer, Rabatte, Stornos und Erstattungen bereits berücksichtigt sind. Ein ausgewiesener Conversion-Wert ist nicht automatisch bereinigter Nettoumsatz. Rechne vorhandene Bereinigungen nicht ein zweites Mal heraus.
Werbeausgaben aus deinen Anzeigenkonten
Übernimm die Anzeigenkosten aus deinem Werbekonto, beispielsweise aus Google Ads oder dem Meta-Werbeanzeigenmanager. Verwende denselben Zeitraum und dieselbe Kampagnenauswahl wie beim Umsatz. Agenturhonorare, Content-Produktion und andere Marketingkosten gehören in diesem Rechner nicht zu den Werbeausgaben. Bei der späteren wirtschaftlichen Bewertung musst du sie zusätzlich berücksichtigen.
Deckungsbeitragsmarge aus deiner Kostenrechnung
Die gesuchte Marge beschreibt den Anteil des Nettoumsatzes, der nach Warenkosten und weiteren variablen Kosten, aber vor Werbeausgaben verbleibt. Dazu können beispielsweise Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und variable Retourenkosten gehören. Bleiben von 100 Euro Nettoumsatz nach diesen Kosten 40 Euro übrig, beträgt die Marge 40 Prozent. Verwende eine Marge, die zum beworbenen Sortiment und dem betrachteten Zeitraum passt.
Zeitraum und Umsatzzuordnung prüfen
Vergleiche nur Werte mit derselben zeitlichen und inhaltlichen Abgrenzung. Unterschiedliche Attributionsmodelle und Zuordnungsfenster können zu abweichenden Ergebnissen führen. Addiere die von mehreren Werbeplattformen ausgewiesenen Umsätze nicht ungeprüft: Derselbe Kauf kann mehreren Kanälen zugerechnet werden. Der gesamte Shopumsatz ist ebenfalls nicht automatisch der Umsatz deiner Anzeigen.
So nutzt du den Rechner Schritt für Schritt
1. Lege Zeitraum und Umfang fest
Entscheide, welche Kampagne, welchen Kanal oder welche Kampagnengruppe du untersuchen möchtest. Wähle einen einheitlichen Zeitraum und berücksichtige, dass Käufe deiner Werbung teilweise erst mit Verzögerung zugeordnet werden.
2. Trage den zugeordneten Nettoumsatz ein
Übernimm den bereinigten Umsatz für deine Auswahl. Wenn deine Anzeigen im betrachteten Zeitraum noch keinen Umsatz erzielt haben, kannst du 0 Euro eintragen.
3. Ergänze die Werbeausgaben
Trage die zugehörigen Anzeigenkosten ein. Dieser Betrag muss größer als 0 sein, weil sich ohne Werbeausgaben kein ROAS als Verhältnis berechnen lässt.
4. Ergänze optional deine Deckungsbeitragsmarge
Trage die Marge vor Werbeausgaben als Prozentzahl ein, beispielsweise 40 für 40 Prozent. Wenn du sie nicht kennst, lass das Feld leer. Eine eingetragene Null bedeutet dagegen ausdrücklich, dass kein Deckungsbeitrag zur Deckung der Werbung verbleibt.
5. Berechne dein Ergebnis und ordne es ein
Klicke auf „ROAS berechnen“. Prüfe den Faktor, den Prozentwert und gegebenenfalls die vereinfachte Break-even-Schwelle. Mit „Ergebnis kopieren“ kannst du deine Auswertung übernehmen. Änderst du anschließend einen Wert, berechnest du das Ergebnis erneut. Über „Beispiel laden“ kannst du den Rechner zunächst mit Musterwerten ausprobieren.
Beispiel: Was bedeuten 10.000 Euro Umsatz bei 2.500 Euro Werbeausgaben?
Angenommen, deinen Anzeigen werden in einem Monat 10.000 Euro Nettoumsatz zugeordnet. Die Anzeigenkosten betragen 2.500 Euro. Nach Warenkosten und weiteren variablen Kosten verbleiben vor Werbung 40 Prozent des Nettoumsatzes.
- Zugeordneter Nettoumsatz: 10.000 Euro
- Werbeausgaben: 2.500 Euro
- Deckungsbeitragsmarge vor Werbeausgaben: 40 Prozent
- Ergebnis: ROAS 4 beziehungsweise 400 Prozent
Bei 40 Prozent Marge liegt die vereinfachte Break-even-Schwelle bei einem ROAS von 2,5 beziehungsweise 250 Prozent. Dein berechneter ROAS liegt darüber.
Vom Nettoumsatz verbleiben zunächst 4.000 Euro nach den berücksichtigten variablen Kosten. Nach Abzug der 2.500 Euro Werbeausgaben bleiben 1.500 Euro. Dieser Betrag steht für Fixkosten und weitere nicht erfasste Kosten zur Verfügung. Er ist noch nicht dein Gewinn.
Wie interpretierst du dein Ergebnis?
ROAS über 1? Deiner Werbung wird mehr Umsatz zugeordnet, als du für Anzeigen ausgegeben hast. Ob dieser Umsatz auch Warenkosten, Abwicklung, weitere Marketingkosten und Fixkosten deckt, lässt sich daraus noch nicht ableiten.
ROAS unter der vereinfachten Break-even-Schwelle? Bei der eingetragenen Marge reicht der berechnete Deckungsbeitrag vor Werbung nicht aus, um die Werbeausgaben zu decken. Prüfe deine Datenbasis und mögliche Ursachen wie hohe Anzeigenkosten, geringe Warenkörbe oder eine niedrige Marge.
ROAS genau an der Schwelle? Der berechnete Deckungsbeitrag deckt die Werbeausgaben. Für Fixkosten und weitere nicht berücksichtigte Kosten verbleibt in diesem Modell kein Betrag.
ROAS über der Schwelle? Nach den berücksichtigten variablen Kosten und Werbeausgaben bleibt ein positiver Betrag. Ob deine Werbung beziehungsweise dein Unternehmen insgesamt profitabel ist, hängt von den weiteren Kosten ab. Einen pauschal guten ROAS gibt es deshalb nicht.
Welche Grenzen hat der ROAS-Rechner?
Der Rechner wertet deine Eingaben aus. Er prüft weder die Qualität deines Trackings noch die Vollständigkeit deiner Kostenrechnung. Fehlerhafte Umsatzwerte, doppelte Zuordnungen oder eine unpassende Marge können das Ergebnis verzerren.
ROAS und ROI beantworten unterschiedliche Fragen. Der ROAS stellt zugeordneten Umsatz den Werbeausgaben gegenüber. Der ROI betrachtet den Gewinn im Verhältnis zur zugrunde gelegten Investition. Da dieser Rechner nicht sämtliche relevanten Kosten erfasst, berechnet er keinen ROI und keinen vollständigen Unternehmensgewinn.
Die vereinfachte Break-even-Schwelle setzt eine konstante Deckungsbeitragsmarge voraus. Fixkosten sowie weitere nicht in der Marge enthaltene Kosten bleiben unberücksichtigt. Sie ist außerdem keine automatische Empfehlung für die Ziel-ROAS-Einstellung deiner Werbekampagnen.
Der Rechner akzeptiert Margen zwischen 0 und 100 Prozent. Bei 0 Prozent gibt es keinen endlichen ROAS, der positive Werbeausgaben deckt. Bei einer negativen Deckungsbeitragsmarge trägt bereits der Umsatz vor Werbung nicht zur Deckung der Werbekosten bei; diese Situation bildet der Rechner nicht als Eingabewert ab.
Die Berechnung erfolgt lokal in deinem Browser. Der Rechner sendet deine eingegebenen Zahlen nicht an einen Server und speichert sie nicht automatisch für spätere Besuche.
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