So nutzt du den Retourenquote-Rechner
Mit dem Retourenquote-Rechner von trepcademy ermittelst du, welcher Anteil deiner versandten Bestellungen oder Artikel von Rücksendungen betroffen ist. Auf Wunsch ergänzt du durchschnittliche Zusatzkosten und vergleichst deine aktuelle Situation mit einer selbst gewählten Zielquote. Du brauchst dafür weder eine Anmeldung noch einen Datenimport. Die Berechnung erfolgt lokal in deinem Browser.
Entscheidend sind zusammenpassende Eingaben. Wähle zuerst deine Berechnungsbasis und halte diese bei Mengen und Kosten konsequent ein. So vermeidest du, dass eine Bestellquote mit Artikelkosten oder Rücksendepaketen vermischt wird.
1. Bestellungen oder Artikel auswählen
Wähle „Bestellungen“, wenn du wissen möchtest, wie viele deiner versandten Bestellungen mindestens eine Retoure enthalten. Eine Bestellung zählt dabei genau einmal – unabhängig davon, ob ein einzelner Artikel oder die gesamte Bestellung zurückkommt. Auch mehrere Rücksendungen zu derselben Bestellung erhöhen diesen Zähler nicht erneut.
Wähle „Artikel“, wenn du den Anteil tatsächlich retournierter Stücke untersuchen möchtest. Enthält eine Bestellung drei Artikel und einer wird zurückgegeben, zählt das im Bestellmodus als eine Bestellung mit Retoure. Im Artikelmodus zählt ein retournierter Artikel bei drei versandten Artikeln. Die beiden Quoten beantworten unterschiedliche Fragen und sind deshalb nicht direkt austauschbar.
Beim Wechsel zwischen den Berechnungsbasen werden Mengen und Kosten zurückgesetzt. Trage die Werte anschließend passend zur neuen Einheit ein.
2. Eine zusammengehörige Versandgruppe betrachten
Trage die versandte Menge und die dazugehörigen Retouren ein. Betrachtest du beispielsweise die im Juli versandten Bestellungen, gehören auch deren später eingehende Retouren zu dieser Gruppe. Die im Juli eingegangenen Rücksendungen können dagegen aus älteren Bestellungen stammen und sind deshalb nicht automatisch der richtige Vergleichswert.
Solange für deine Versandgruppe noch Rücksendungen zu erwarten sind, bleibt die berechnete Quote vorläufig. Für belastbare Vergleiche sollten die betrachteten Gruppen einen vergleichbaren Bearbeitungsstand haben. Eine gerade versandte Gruppe lässt sich nur eingeschränkt mit einer vollständig abgeschlossenen Gruppe vergleichen.
3. Retourenquote berechnen
Gib zuerst die versandten Bestellungen oder Artikel und anschließend die zugehörige Retourenmenge ein. Klicke auf „Jetzt berechnen“. Der Rechner teilt die Retourenmenge durch die Versandmenge und multipliziert das Ergebnis mit 100.
Die Formel lautet: Retourenquote in Prozent = Retourenmenge ÷ Versandmenge × 100. Bei 150 Bestellungen mit Retoure und 1.000 versandten Bestellungen ergibt sich eine bestellbezogene Retourenquote von 15 Prozent. Das bedeutet nicht, dass 15 Prozent aller Artikel oder 15 Prozent des Umsatzes retourniert wurden.
Eine Versandmenge von null liefert keine berechenbare Quote. Die Retourenmenge darf für dieselbe Versandgruppe außerdem nicht größer sein als die Versandmenge. Mengen werden als ganze Stückzahlen eingegeben.
4. Zusätzliche Retourenkosten ergänzen
Über „Retourenkosten mitberechnen“ öffnest du die Kostenfelder. Trage deine durchschnittlichen Nettokosten je Bestellung mit Retoure beziehungsweise je retourniertem Artikel ein. Nutze dafür möglichst Werte aus einer passenden Auswertung deines Shops oder deiner Logistik.
Im Bestellmodus umfasst der Durchschnitt alle retournierten Artikel und Rücksendungen einer betroffenen Bestellung. Im Artikelmodus müssen gemeinsame Kosten auf die retournierten Stücke verteilt werden. Kostet ein Rücksendepaket beispielsweise 4,50 Euro und enthält drei Retourenartikel, entsprechen das bei gleichmäßiger Verteilung 1,50 Euro Rückversand je Artikel. Setze das gesamte Porto nicht dreimal an.
Rückversand, Bearbeitung und sonstige Kosten richtig zuordnen
Beim Rückversand erfasst du den Anteil, den dein Unternehmen trägt. Unter Bearbeitung und Aufbereitung fasst du beispielsweise Prüfung, Wiedereinlagerung und eine erforderliche neue Verpackung zusammen. Nutze die sonstigen zusätzlichen Kosten nur für weitere retourenbedingte Positionen, etwa zusätzliche Bearbeitungsgebühren, die noch in keinem anderen Feld enthalten sind.
Leere Kostenfelder werden aus der Berechnung ausgeschlossen und im Ergebnis als „nicht berücksichtigt“ benannt. Trage dagegen ausdrücklich 0 ein, wenn du weißt, dass eine Position keine Kosten verursacht. Für eine Kostenberechnung muss mindestens ein Kostenfeld ausgefüllt sein. Jeder Betrag darf nur einmal in die Rechnung eingehen.
Wertverlust und wiederverkaufbare Ware berücksichtigen
Eine Rücksendung bedeutet nicht automatisch den Verlust des gesamten Warenwerts. Kannst du einen Artikel ohne Wertminderung wieder einlagern, entsteht aus der Ware selbst kein vollständiger Verlust. Bei beschädigter oder unverkäuflicher Ware kann dagegen ein Verlust auf Kostenbasis entstehen. Berücksichtige dabei einen verbleibenden Restwert und bilde einen Durchschnitt über deine gewählte Bezugseinheit.
Wenn beispielsweise von 100 retournierten Artikeln zehn Stück mit jeweils 20 Euro Einstandswert vollständig verloren sind und keinen Restwert haben, beträgt dieser durchschnittliche Wertverlust 2 Euro je retourniertem Artikel. Das Beispiel ist frei gewählt. Ein möglicher Abschlag auf den späteren Verkaufspreis ist nicht automatisch dasselbe wie ein Verlust des Einstandswerts und sollte nicht zusätzlich doppelt angesetzt werden.
5. Eine eigene Zielquote vergleichen
Wenn du wissen möchtest, wie sich eine veränderte Retourenquote auswirken könnte, ergänze eine Zielquote zwischen 0 und 100 Prozent. Der Rechner hält die Versandmenge und die durchschnittlichen Zusatzkosten konstant und berechnet daraus die erwarteten Retourenkosten im Szenario.
Eine niedrigere Zielquote kann geringere Kosten ergeben, eine höhere Zielquote entsprechend höhere Kosten. Rechnerische Bruchteile bei der erwarteten Retourenmenge sind statistische Erwartungswerte. Der Rechner rundet diese Menge nicht vorzeitig auf ganze Bestellungen oder Artikel, bevor er die Szenariokosten ermittelt.
Die Zielquote ist deine Annahme. Der Rechner beurteilt nicht, ob sie für dein Sortiment erreichbar oder wirtschaftlich optimal ist. Kosten für Maßnahmen zur Retourensenkung und mögliche Änderungen bei Bestellmenge, Warenmix oder Kundenverhalten sind im Vergleich nicht enthalten.
Beispiel: Was fünf Prozentpunkte weniger Retouren ausmachen können
Angenommen, du hast 1.000 Bestellungen versandt und 150 davon enthalten mindestens eine Retoure. Deine Retourenquote liegt bei 15 Prozent. Je betroffener Bestellung setzt du 4,50 Euro Rückversand, 3,50 Euro Bearbeitung, 3 Euro durchschnittlichen Wertverlust und 1 Euro sonstige Zusatzkosten an. Zusammen ergeben sich 12 Euro Zusatzkosten je Bestellung mit Retoure und 1.800 Euro für die betrachtete Versandgruppe.
Bei einer Zielquote von 10 Prozent wären rechnerisch 100 Bestellungen von Retouren betroffen. Mit unveränderten Durchschnittskosten ergäben sich 1.200 Euro zusätzliche Retourenkosten. Der Unterschied beträgt 600 Euro. Das ist eine modellierte Kostenreduktion, keine zugesicherte Gewinnsteigerung. Alle Zahlen in diesem Beispiel sind frei gewählt und keine Branchenbenchmarks.
Was der Retourenkostenrechner zeigt – und welche Werte du getrennt betrachten solltest
Der Rechner hilft dir, die zusätzlich berücksichtigten Retourenkosten greifbar zu machen. Er berechnet weder den tatsächlichen Unternehmensgewinn noch den gesamten wirtschaftlichen Effekt einer Rücksendung. Insbesondere Rückerstattungen, ursprünglicher Hinversand und entgangener Deckungsbeitrag werden nicht in die ausgewiesene Zusatzkostensumme aufgenommen.
Eine Rückerstattung ist ein Geldabfluss und eine Erlöskorrektur, aber nicht automatisch ein zusätzlicher Warenverlust in gleicher Höhe. Ebenso fällt der ursprüngliche Hinversand auch bei einer behaltenen Bestellung an. Wenn du bereits bezahlte Gebühren oder Versandkosten einer Retoure zuordnen möchtest, ist das eine weitergehende Betrachtung. Für einen konsistenten Vergleich müssen Kostenabgrenzung, Erlöse und Warenrückfluss gemeinsam berücksichtigt werden.
Die Eurofelder dieses Rechners erwarten Nettowerte. Es gibt keine automatische Umsatzsteuerumrechnung. Mische deshalb keine Brutto- und Nettobeträge. Der Rechner ist auf die beschriebene Nettobetrachtung ausgelegt.
Retourenquote einordnen und den nächsten Schritt finden
Eine einzelne Quote erklärt noch nicht, warum Produkte zurückkommen. Vergleiche deshalb zusammenpassende Zeiträume, Produktgruppen und Retourengründe. Achte darauf, ob sich das Sortiment oder die Verteilung zwischen Teil- und Vollretouren verändert hat. Eine gleiche Quote kann bei einem anderen Warenmix mit deutlich anderen Kosten verbunden sein.
Nutze dein Ergebnis als Ausgangspunkt für die nächste Frage: Wo entstehen besonders viele Rücksendungen, welche Kostenposition fällt ins Gewicht und welche Ursache solltest du zuerst untersuchen? Für einen breiteren Blick auf deinen Shop findest du im Beitrag „Onlineshop optimieren: Die wichtigsten Hebel“ einen Leitfaden zur systematischen Analyse.
Ergebnis sichern und mit eigenen Werten weiterarbeiten
Über „Ergebnis kopieren“ übernimmst du die aktuelle Auswertung einschließlich Berechnungsbasis und berücksichtigter Kosten in die Zwischenablage. Falls dein Browser das automatische Kopieren nicht erlaubt, kannst du das sichtbare Ergebnis markieren und manuell kopieren. „Beispiel laden“ zeigt dir eine frei gewählte Musterrechnung. Mit „Zurücksetzen“ leerst du die Eingaben und startest wieder im Bestellmodus.
Veränderst du eine Eingabe, wird das alte Ergebnis ausgeblendet. Berechne anschließend neu, damit deine Auswertung zu den aktuellen Werten passt.
