Was zeigt dir der Rabattrechner?
Mit dem Rabattrechner kannst du einen Preisnachlass aus zwei Perspektiven betrachten. Im einfachen Modus berechnest du den Preis nach Rabatt, den Rabatt in Prozent oder den ursprünglichen Preis. Zusätzlich erfährst du, wie viel Euro du sparst. Das hilft dir beim Vergleichen von Angeboten ebenso wie beim Vorbereiten eigener Preise.
Im Händlermodus geht es einen Schritt weiter: Du gibst deine variablen Kosten je Stück ein und erkennst, wie sich ein Rabatt auf den Deckungsbeitrag auswirkt. Der Rechner zeigt dir außerdem, wie viel mehr du verkaufen müsstest, um den bisherigen gesamten Deckungsbeitrag zu erhalten. Wenn du deine bisherige Absatzmenge ergänzt, erhältst du konkrete Stückzahlen und den dazugehörigen Umsatz.
Wie wird ein Rabatt berechnet?
Preis nach Rabatt und Ersparnis berechnen
Der Rabatt bezieht sich auf den Ausgangspreis. Du multiplizierst diesen Preis mit dem Rabattsatz und teilst durch 100. Das Ergebnis ist der Preisnachlass in Euro. Ziehst du ihn vom Ausgangspreis ab, erhältst du den reduzierten Preis.
Bei 100 Euro Ausgangspreis und 10 Prozent Rabatt beträgt die Ersparnis 10 Euro. Der neue Preis liegt bei 90 Euro. Die Formel lautet: Preis nach Rabatt = Ausgangspreis × (1 − Rabatt in Prozent ÷ 100).
Rabatt in Prozent berechnen
Kennst du den ursprünglichen und den reduzierten Preis, berechnest du zunächst die Differenz. Anschließend teilst du diese Ersparnis durch den ursprünglichen Preis und multiplizierst das Ergebnis mit 100.
Sinkt ein Preis von 100 Euro auf 75 Euro, sparst du 25 Euro. Bezogen auf den Ausgangspreis sind das 25 Prozent Rabatt. Die Formel lautet: Rabatt in Prozent = (Ausgangspreis − reduzierter Preis) ÷ Ausgangspreis × 100.
Ursprünglichen Preis zurückrechnen
Wenn der reduzierte Preis und der Rabattsatz bekannt sind, kannst du den Ausgangspreis zurückrechnen. Dazu teilst du den reduzierten Preis durch den verbleibenden Preisanteil. Bei 20 Prozent Rabatt bleiben beispielsweise 80 Prozent des ursprünglichen Preises übrig.
Ein reduzierter Preis von 80 Euro bei 20 Prozent Rabatt entspricht deshalb einem Ausgangspreis von 100 Euro. Die Formel lautet: Ausgangspreis = reduzierter Preis ÷ (1 − Rabatt in Prozent ÷ 100). Bei 100 Prozent Rabatt funktioniert diese Rückrechnung nicht eindeutig.
Welche Angaben brauchst du für den Händlermodus?
Verkaufspreis und Preisbasis
Trage den Ausgangspreis eines Artikels und den geplanten Rabatt ein. Wähle anschließend, ob dein Verkaufspreis netto oder brutto angegeben ist. Bei einem Bruttopreis benötigt der Rechner zusätzlich den verwendeten Umsatzsteuersatz. Der vorbelegte Wert ist eine Eingabehilfe: Prüfe ihn und passe ihn an deinen Artikel an.
Für den Deckungsbeitrag wird der Verkaufspreis intern auf Nettobasis betrachtet. Die Kostenfelder erwarten ebenfalls Nettobeträge. Die Bruttoauswahl wandelt nur den Verkaufspreis um; sie rechnet deine Kosten nicht automatisch um. Das Modell ist für einen Artikel mit einheitlicher Preis- und Steuerbasis gedacht und bildet steuerliche Sonderfälle nicht ab.
Wareneinsatz und sonstige variable Stückkosten
Der Wareneinsatz umfasst die Einkaufs- oder Herstellungskosten eines verkauften Artikels. In das zweite Kostenfeld gehören weitere Kosten, die du diesem Verkauf zuordnest, etwa Verpackung, anteiliger Versand, Abwicklung oder Gebühren. Erfasse jede Position nur einmal und verwende für alle Angaben dieselbe Mengeneinheit.
Der Rechner hält diese Eurokosten je Stück vor und nach dem Rabatt konstant. Bei umsatzabhängigen Gebühren ist das eine Näherung. Wenn die Aktion deine Kostenstruktur deutlich verändert, solltest du diese Veränderung gesondert kalkulieren. Fixkosten wie Miete oder feste Softwareabonnements gehören nicht in diese beiden Felder.
Bisheriger Absatz als optionale Ergänzung
Mit der bisherigen Stückzahl gibst du an, wie viele Artikel du ohne Rabatt im betrachteten Zeitraum verkauft hast oder als Vergleich annimmst. Verwende für die Aktion denselben Zeitraum. Aus dieser Menge berechnet der Rechner, wie viele rabattierte Verkäufe nötig wären, um mindestens den bisherigen gesamten Deckungsbeitrag zu erreichen.
Lässt du das Feld leer, erhältst du trotzdem den erforderlichen Mehrabsatz in Prozent. Eine Eingabe von null ist für den Mengenvergleich nicht sinnvoll: Trage mindestens ein Stück ein oder lasse das Feld leer.
So nutzt du den Rechner Schritt für Schritt
1. Wähle deine Fragestellung
Für eine reine Preisberechnung wählst du „Rabatt berechnen“. Lege danach fest, ob du den reduzierten Preis, den Rabatt in Prozent oder den ursprünglichen Preis suchst. Für eine geplante Shopaktion wählst du „Rabatt für deinen Shop prüfen“.
2. Trage deine Werte ein
Gib deine Preise und den Rabatt in die sichtbaren Felder ein. Im Händlermodus ergänzt du Preisbasis, Wareneinsatz und sonstige variable Kosten. Prüfe auch vorbelegte Angaben wie die sonstigen Kosten von null Euro. Deutsche Zahlen wie 1.234,56 werden unterstützt; für Geldbeträge und Prozentsätze sind bis zu zwei Nachkommastellen möglich.
3. Berechne das Ergebnis
Starte die Berechnung über den Button. Bei fehlenden oder unpassenden Angaben zeigt dir der Rechner eine konkrete Fehlermeldung. Im Händlermodus kannst du anschließend den Stückdeckungsbeitrag und die Deckungsbeitragsmarge vor und nach dem Rabatt vergleichen.
4. Prüfe den erforderlichen Mehrabsatz
Betrachte, wie viele zusätzliche Verkäufe nötig wären, um den bisherigen gesamten Deckungsbeitrag zu erhalten. Das Ergebnis ist eine rechnerische Anforderung an deine Aktion. Es sagt nicht voraus, ob dein Shop diese zusätzliche Nachfrage tatsächlich erreichen wird.
5. Vergleiche weitere Annahmen
Ändere beispielsweise den Rabatt und berechne erneut. Nach einer Eingabeänderung wird das alte Ergebnis ausgeblendet, damit du keine veralteten Zahlen weiterverwendest. Über „Ergebnis kopieren“ übernimmst du die Ergebnisse einschließlich Eingaben und Annahmen. „Zurücksetzen“ leert die Eingaben im gewählten Modus. Das ladbare Beispiel ist frei gewählt und keine Branchenempfehlung.
Beispiel: Was bedeuten 10 Prozent Rabatt für deinen Deckungsbeitrag?
Angenommen, du verkaufst einen Artikel für 100 Euro netto. Wareneinsatz und sonstige variable Kosten betragen zusammen 60 Euro je Stück. Vor dem Rabatt bleiben damit 40 Euro Stückdeckungsbeitrag. Bei 10 Prozent Rabatt sinkt der Nettopreis auf 90 Euro. Bei unveränderten Stückkosten verbleiben noch 30 Euro Deckungsbeitrag.
Der Preis sinkt in diesem frei gewählten Beispiel um 10 Prozent, der Stückdeckungsbeitrag aber um 25 Prozent. Seine Marge fällt von 40 Prozent auf rund 33,33 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um rund 6,67 Prozentpunkte. Preisnachlass, Rückgang des Deckungsbeitrags und Veränderung der Marge beschreiben also unterschiedliche Größen.
Bei bisher 100 verkauften Artikeln beträgt der gesamte Deckungsbeitrag 4.000 Euro. Um diesen Betrag mit 30 Euro Deckungsbeitrag je rabattiertem Artikel zu erhalten, wären rechnerisch 133,33 Stück nötig. Da du ganze Artikel verkaufst, rundet der Rechner auf 134 Stück auf. Diese Menge ergibt 4.020 Euro Gesamtdeckungsbeitrag und 12.060 Euro Nettoumsatz.
Wie interpretierst du Mehrabsatz, Marge und Umsatz?
Mehrabsatz und Mehrumsatz auseinanderhalten
Mehrabsatz beschreibt zusätzliche verkaufte Stück. Mehrumsatz beschreibt zusätzliche Erlöse. Nach einem Rabatt bringt jedes Stück weniger Umsatz ein; deshalb steigen die beiden Größen nicht im selben Verhältnis. Im Beispiel brauchst du 34 zusätzliche ganze Stück, während der Umsatz von 10.000 Euro auf 12.060 Euro steigt – also um 20,6 Prozent.
Deckungsbeitragsmarge und Aufschlag unterscheiden
Die angezeigte Deckungsbeitragsmarge ist der Anteil des Deckungsbeitrags am Nettopreis. Bei 40 Euro Deckungsbeitrag und 100 Euro Nettopreis beträgt sie 40 Prozent. Ein Aufschlag verwendet dagegen die Kosten als Bezugsgröße. Teile dieselben 40 Euro durch 60 Euro Kosten, ergibt sich ein Aufschlag von rund 66,67 Prozent. Diese Werte sind nicht austauschbar.
Deckungsbeitragserhalt ist noch kein Gewinnnachweis
Der Deckungsbeitrag steht zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung. Erst wenn die relevanten weiteren Kosten berücksichtigt sind, lässt sich ein Ergebnis für dein Unternehmen beurteilen. Deshalb nennt der Rechner seine Zielmenge bewusst „benötigter Gesamtabsatz“ und nicht Unternehmens-Break-even. Zusätzliche Werbeausgaben, Personalbedarf oder andere Aktionskosten können das Ergebnis der Aktion weiter verändern.
Welche Grenzen hat die Berechnung?
Der Händlermodus betrachtet einen Artikel mit gleichbleibenden variablen Eurokosten je Stück und einem einheitlichen Rabatt auf alle betrachteten Verkäufe. Er berücksichtigt weder verschiedene Warenkörbe noch Mengenstaffeln, zusätzliche Werbebudgets, veränderte Retourenquoten oder eine Mischung aus rabattierten und regulären Verkäufen automatisch. Die Berechnung sagt außerdem nichts darüber aus, wie viele zusätzliche Käufe die Aktion auslöst.
Bleibt nach dem Rabatt kein positiver Stückdeckungsbeitrag, kann zusätzlicher Absatz einen zuvor positiven Gesamtdeckungsbeitrag nicht erhalten. Bei negativem Stückdeckungsbeitrag vergrößert jeder weitere Verkauf den negativen Beitrag. Ist bereits der Ausgangsdeckungsbeitrag null oder negativ, zeigt der Rechner ebenfalls keine normale Ausgleichsrechnung.
Verkaufspreise werden auf Cent gerundet. Bei Bruttoeingaben erfolgt die Nettoumrechnung anschließend; intern wird mit ungerundeten Nettowerten weitergerechnet. Angezeigte Geldbeträge sind auf zwei Nachkommastellen gerundet. Deshalb können sich kleine Unterschiede ergeben, wenn du ausschließlich mit den angezeigten Zwischenwerten nachrechnest.
Nutze das Ergebnis, um deine Preisannahmen zu prüfen und den notwendigen Mehrabsatz einzuordnen. Ob die Rabattaktion wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt zusätzlich von deinen tatsächlichen Kosten, der erreichbaren Nachfrage und dem Ziel der Aktion ab.
